TOP Ö 1: Projekt "Gute Arbeit für Alleinerziehende"
hier: Bericht Tina Riedel, ARGE Kreis Unna

Frau Riedel stellte das Projekt „Gute Arbeit für Alleinerziehende“ vor, das im November des letz­ten Jahres gestartet ist. Die Vortragsfolien sind der Niederschrift beigefügt. Frau Riedel gab an, dass rund ein Fünftel der Bedarfsgemeinschaften im Kreis Unna Alleinerziehende seien, so dass es notwendig und sinnvoll sei ein derartiges Projekt anzubieten. Teilgenommen haben 616 Per­sonen, davon 17 Männer. Aktuell befinden sich noch 450 Frauen in dem Projekt, die Männer seien vielfach schon in Arbeit. Für den Verlauf und den Erfolg des Projektes sei die Auswahl der Fallmanagerinnen und die enge Kooperation mit dem Arbeitgeberservice besonders wichtig. Trotz vielfältiger Vermittlungshemmnisse und großen Problemen bei der Kinderbetreuung sei bei den Teilnehmenden eine große Motivation festzustellen. Dementsprechend sei die ARGE auch sehr zufrieden mit der Integration in den Arbeitsmarkt. Bisher seien 99 Personen in sozialver­siche­rungspflichtige Beschäftigung und 80 Personen in Minijobs vermittelt worden. Um das Pro­jekt bekannter zu machen und ein positives Bild von Alleinerziehenden in die Öffentlichkeit zu bringen, soll die Ampel als Logo des Projektes unter dem Motto „Für Alleinerziehende muss die Ampel auf Grün stehen“ zukünftig auch auf Bussen zu sehen sein . Abschließend äußerte Frau Riedel den Wunsch für das Projekt einen Beschäftigungspakt abschließen zu können, vergleich­bar dem Beschäftigungspakt Joboffensive 50+.

 

Frau Mann erkundigt sich nach Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Gruppe der U25.

 

Frau Riedel erklärte hierzu, dass die Teilnahme für diesen Personenkreis anders als bei den Ü24 nicht freiwillig sei. Diese Personen werden verpflichtet in dem Projekt mitzumachen.

 

Frau Mann berichtete aus eigener beruflicher Erfahrung, dass viele Personen der Gruppe U25 auf einem guten Weg seien und ihren Kindern ein Vorbild sein wollen. Dazu gehöre eben auch erwerbstätig zu sein. Sie äußerte Bedenken hinsichtlich der Anzahl von Vermittlungen in Mini­jobs und wünschte sich den Focus noch mehr auf die sozialversicherungspflichtige Beschäfti­gung.

 

Frau Riedel gab an, dass für viele die Aufnahme einer Arbeit, d.h. auch die Annahme eines Mini­jobs schon ein großer Schritt bedeutet. Diese Personen werden weiterhin durch das Projekt betreut.

 

Herr Runde ergänzte, dass er als Arbeitsvermittler die Erfahrung gemacht habe, dass sich durch das Projekt Synergieeffekte ergeben. So seien z.B. Teilnehmerinnen dadurch, dass sie selber eine Tagesmutter in Anspruch genommen haben, selber auf die Idee gekommen als Tagesmutter zu arbeiten.

 

Frau Kollmeier fragte nach welche Probleme bei der Kinderbetreuung auftreten.

 

Frau Riedel antwortete, dass die größten Schwierigkeiten in der Randzeitenbetreuung liegen. Insbesondere werde das deutlich z.B. in der Offensive für Altenpflege. Das Problem sei bereits beim Bündnis für Familie Kreis Unna thematisiert worden und werde auch an die einzelnen Bünd­nisse vor Ort weitergegeben.

 

Frau Hartig dankte Frau Riedel für den informativen Vortrag und schloss sich dem Wunsch von Frau Riedel nach einem Beschäftigungspakt für Alleinerziehende an, den sie persönlich sehr begrüßen würde.