TOP Ö 3: Vorstellung der Behindertenbeauftragten des Kreises Unna Frau Olbrich-Steiner

Frau Olbrich-Steiner bedankte sich für die Einladung zur Sitzung und die damit verbundene Möglichkeit, dem Ausschuss die Arbeit der Behindertenbeauftragten der Kreisverwaltung Unna vorstellen zu dürfen. Von Hause aus sei sie Diplomsozialarbeiterin und Gesundheitsmanagerin.

Für die Kreisverwaltung Unna ist sie seit fast 33 Jahren tätig. Im Jahre 1996 übernahm sie den Aufgabenbereich der Koordination psychosozialer Versorgung.

Psychosoziale Versorgung bedeute, die Angebote für Suchtkranke, psychisch Kranke und Men­schen mit Behinderung zu koordinieren und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Die verschie­denen Fachgruppen der psychosozialen Arbeitsgemeinschaften arbeiten intensiv seit dem Jahr 1988 zusammen. Im Bereich der psychosozialen Koordination werden dem Grunde nach die Kernbereiche der Tätigkeiten der Behindertenbeauftragten im Kreis Unna schon seit Beginn der 90er Jahre wahrgenommen. Frau Olbrich-Steiner wertete die Arbeit der inzwischen 6 Behinder­tenbeiräte im Kreis Unna als unersetzlichen Bestandteil der örtlichen Behinderten­vertretungen.

Durch den Beitritt der Bundesregierung zur UN-Behindertenkonvention im Jahre 2009 ist das Ziel der gleichberechtigten Teilhabe der Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft klar formuliert. Sie betonte ausdrücklich, dass hierunter nicht die Integration, sondern die soziale Inklusion zu verstehen sei. Die behinderten Menschen sollen selbstverständlich in vollem Um­fang an der Gesellschaft teilhaben und ihre Autonomie und Unabhängigkeit bewahren. Ihre aktuellen Aufgabenschwerpunkte schilderte Frau Olbrich-Steiner wie folgt:

 

1.      Ansprechpartnerin für alle Bürger des Kreises Unna in allen behinderungsrelevanten Fragestellungen. Damit verbunden ist ggfls. die Weitergabe der nachfragenden Bür­ger an die örtlichen Hilfsangebote und Ansprechpartner

 

2.      Koordination der bedarfsgerechten Entwicklung von Angeboten der Behindertenhilfe wie z.B. die Förderung der Kooperationsstrukturen zwischen Betroffenen und Ange­hörigen einerseits und den für die Angelegenheiten von Menschen mit Behinderung tätigen Menschen  in den Beiräten, Verbänden, Selbsthilfegruppen und Einrichtungen der Behindertenhilfe andererseits. Als gelungenes Beispiel erwähnte Frau Olbrich-Steiner die unter dem Motto „Barrierefreies Naturerleben im Kreis Unna“ stehenden Kreisrundfahrten im Jahre 2010 für Menschen mit einer Behinderung. Am 16.6., 15.7. und 15.9 finden diese Fahrten in Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Ruhr statt. Erkundet wird das nördliche Kreisgebiet.

3.      Arbeit für Menschen mit Behinderung ist ein drängendes Thema. Als Beispiel für eine gelungene Kooperation auf diesem Sektor schilderte Frau Olbrich-Steiner die von den Mitarbeitern der Fachgruppe „Arbeit für Menschen mit psychischer Erkrankung“ erarbeitete Handreichung mit Grundlageninformationen zu psychischen Erkran­kun­gen für die Mitarbeiter in den Jobcentern.

4.      Fortsetzung der begonnenen Zusammenarbeit der Behindertenbeiräte im Kreis Unna.

 

5.      Besondere Aufmerksamkeit verdient das Thema „Wohnen“  Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass die ersten Wohnstättenbewohner ins fortgeschrittene Alter kommen und in die Rente gehen. Durch gesetzliche Regelungen werden jetzt verstärkt ambu­lante, tagesstrukturierende Unterstützungsangebote entwickelt und es zeigt sich, dass neben den Wohnstätten auch ambulant betreute Wohnangebote bei der Ver­selbständigung erfolgreich sind.

 

Frau Müller erwähnte, dass in den Räumlichkeiten des Pröbstinghauses für 12 Personen in der Zeit von 8.00 -16.00 Uhr eine Tagesstruktur angeboten würde. Leider mangele es an Räumlich­keiten.

 

Das Ziel ihrer Arbeit für Menschen mit Behinderung sieht Frau Olbrich-Steiner darin, von den einrichtungszentrierten Hilfestrukturen im Kreis Unna zu einer personenzentrierten Sicht- und Handlungsweise zu kommen.

Weitere Ziele seien für sie die gezielte Vernetzung der vorhandenen Hilfs- und Unterstützungs­strukturen sowie die Herstellung der direkten Erreichbarkeit behindertengerechter Hilfs- und Unterstützungsangebote für jede Altersgruppe.

Abschließend bat sie für ihre Arbeit um Anregungen und aktive Unterstützung.

 

Frau Jung ergänzte, dass sie regelmäßig an Workshops teilnehme und dort vortrage, was sie vor Ort an Informationen und Anregungen erhalten habe. Um die Verwaltung auf dem Laufen­den zu halten, bäte sie regelmäßig Herrn Völkel, ebenfalls teilzunehmen.

 

Protokollnotiz: Frau Olbrich Steiner ist bei der Kreisverwaltung Unna unter der Rufnummer

 020303/27-1254 zu erreichen.