TOP Ö 2: Bericht der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt
Referentin: Martina Leyer, Agentur für Arbeit Hamm

Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Martina Leyer, berichtete zum Thema „Frauenerwerbslosigkeit in Kamen“. Der Vortrag ist der Niederschrift als Anlage beigefügt.

Frau Leyer erläuterte ihr Aufgaben nach den gesetzlichen Grundlagen im Sozialgesetzbuch III, wonach u.a. auch eine Zielförderquote für Frauen festgelegt ist. In Kamen habe der Frauenanteil an den Arbeitslosen im Jahr 2009 bei 45,8 % gelegen. Ein Hauptthema in ihrer Tätigkeit sei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit dem Schwerpunkt „Arbeitszeit“. Sie wies daraufhin, dass im Bezirk der Arbeitsagentur Hamm das Stellenangebot in Teilzeit lediglich 15% betrage. Die Stellenangebote für eine Vormittags-Beschäftigung liegen nur bei 1%. Frau Leyer gab den Hinweis, dass eine Förderung auch möglich sei, wenn kein Anspruch auf Arbeitslosengeldbezug bestehe. Für Berufsrückkehrerinnen seien die Agenturen gesetzlich verpflichtet besondere An­ge­bote vorzuhalten. In diesem Zusammenhang wies sie auf die Info-Veranstaltungen hin, die sie regelmäßig in Hamm, Kamen, Unna und Bergkamen anbiete.

Bezogen auf den Frauenanteil bei Maßnahmen der Arbeitsagenturen stellte Frau Leyer fest, dass die Zielförderquote bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung häufig nicht erreicht werde und in 2009 deutlich abgenommen habe. Ein Grund hierfür sei darin zu sehen, dass Umschulungen, die sehr teuer seien, über Jahre hinaus nicht durchgeführt werden. Eine Aus­nahme stelle lediglich die Maßnahme im Bereich „Altenpflege“ dar. Neue Maßnahmen, die ent­wickelt worden seien, kämen für Frauen aufgrund ihrer Lebenssituation oft nicht in Frage.

 

Frau Gerdes fragte nach dem Altersdurchschnitt der arbeitslosen Frauen und bis zu welchem Alter sie an Maßnahmen teilnehmen können.

 

Frau Leyer erklärte, dass der Altersschnitt nicht nach Geschlecht und Dienststellen differenziert werde. Es gebe keine Altersgrenze für die Teilnahme an Maßnahmen. Hier werde individuell ge­prüft, ob die Teilnahme an einer bestimmten Maßnahme sinnvoll und erfolgversprechend sei.

 

Auf die Frage von Frau Mann antwortete Frau Leyer, dass gering qualifizierte Frauen große Nachteile haben, u.a. weil Familientätigkeit nicht angerechnet werde.

 

Frau Hartig erkundigte sich, warum die Zielförderquote in 2009 so gering ausfalle und ob Frauen schneller 400 Euro-Jobs annehmen.

 

Frau Leyer gab an, dass Frauen sich wesentlich seltener bei der Arbeitsagentur melden, da sie oftmals davon ausgehen keine Chancen auf eine Vermittlung zu haben. Sie wissen häufig nicht, dass sie neben Pflichten auch Rechte haben. Deshalb sei es extrem wichtig, dass die Frauen die notwendigen Informationen bekommen. Sie bestätigte, dass Frauen eher Mini-Jobs ange­boten bekommen und diese dann annehmen, um das Einkommen der Familie zu sichern.