TOP Ö 5: Vorstellung des Projektes "Betreuung für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund bei der Bewältigung schulischer Herausforderungen"
Bericht von Herrn Murat Vural, Vorsitzender des Interkulturellen Bildungs- und Fördervereins für Schüler und Studenten

Herr Vural, Vorsitzender des IBFS stellte sich und die Arbeit des Vereins vor.

 

Herr Vural erinnerte daran, dass zahlreiche künftige Akademiker von Gastarbeiter-Familien in ihrem Leben die Erfahrung machen mussten, viele Hürden überwinden zu müssen. Eltern konnten aufgrund ihrer mangelnden Bildung die erforderliche Hilfestellung nicht leisten, die ihre Kinder in der Schule benötigt hätten. Trotz der bedürftigen Situation waren sie auch nicht im Stande Hilfe in Anspruch zu nehmen, da sie sich zum einen über die Möglichkeiten nicht bewusst waren oder aufgrund der sprachlichen Barriere eine Hemmschwelle zu überwinden galt, die oft nicht gewagt wurde.

Deshalb wollte der Verein IBFS als eine Brücke zwischen Schülern, Eltern und der Schule das interkulturelle Verständnis fördern.

 

Der Verein IBFS bietet folgende Hilfen an:

 

  • Nachhilfekurse
  • Vorbereitungskurse auf die Sekundarstufe I
  • Vorbereitungskurse auf das Abitur
  • Sprachkurse
  • Freizeitgestaltung
  • Jugendarbeit

 

für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 13.

 

Weiterhin bietet der Verein IBFS Bildungsveranstaltungen für Eltern mit Migrationshintergrund an.

 

Herr Vural berichtete von dem Ergebnis einer Studie die belegt, dass Kinder bildungsferner Familien eine geringere Chance auf den Besuch einer höheren Schule haben als Kinder aus akademischem Elternhaus.

 

Die Arbeit des Vereins IBFS erfolgt ohne finanzielle Hilfe von aussen.

7 Schulen aus 5 Städten, darunter die Eintrachtschule (Hauptschule) Schwerte nehmen an diesem Projekt teil.

 

Die Arbeit des Vereins folgt dem Prinzip „Hand in Hand“.

 

Studenten unterrichten Abiturienten in Intensivkursen. Ein Student gibt einmal in der Woche Frontalunterricht für 8 Abiturienten (90 Minuten). Jeder dieser 8 Abiturienten betreut einmal wöchentlich 4 Schüler der Sekundarstufe I bei den Hausaufgaben (Dauer 90 Minuten).

 

Für die Schüler der Sekundarstufe I und für Grundschüler entrichten die Eltern 10 € Mitgliedsbeitrag im Monat für die Hausaufgabenbetreuung.

 

Die Schulen stellen die Räume zur Verfügung.

Unterstützt werden die Stundenten durch Ehrenamtliche und Honorarkräfte (die aus den Elternbeiträgen bezahlt werden).

 

Die Arbeit des Vereins IBFS erfährt eine hohe Anerkennung und ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Details sind auf der Homepage unter der Adresse

 

www.ibfs-ev.org

 

zu finden.

 

Herr Kloß hinterfragte, ob der Erfolg der Projekte messbar sei.

 

Herr Vural antwortete darauf, dass eine Statistik aller Schulnoten bei einer derzeitigen Teilnehmerzahl von 300 Kindern nur erstellbar wäre, wenn jedes Kind seine Noten bekannt geben würde. Viel wichtiger sei das wachsende Bewusstsein seitens der Eltern für die Bedeutung von Nachhilfe für ihre Kinder. Es hat sich gezeigt, dass Eltern bereit sind, mehr Geld für Nachhilfe auszugeben, wenn sie an einem Projekt des Vereins teilgenommen haben.

Am schnellsten verändere sich das Sozialverhalten der Schüler, gefolgt vom Arbeitsverhalten.  Respekt und Disziplin seien zwei wichtige Faktoren, die von den älteren Schülern und Studenten an die Jüngeren vermittelt würden, merkte Herr Vural an.

 

Ferner fragte Herr Yucel nach dem Inhalt der Intensivkurse.

 

Herr Vural gab bekannt, dass individuelle Übungen zu den Schulthemen Inhalt der Intensivkurse seien.

Derzeit werden die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch in Intensivkursen angeboten. Die Hausaufgabenbetreuung umfasst alle Fächer, ergänzte er.

 

Herr Özkir erkundigte sich bei Herrn Grosch, der als Vertreter der Gesamtschule anwesend war, nach seiner Meinung zu diesen Projekten.

 

Herr Grosch verwies auf das bestehende Hausaufgabenmodell an der Gesamtschule.

Grundsätzlich befürwortete er die Idee des Vereins , gab jedoch zu bedenken, dass geprüft werden müsse, ob das oder ein ähnliches Modell für die Gesamtschule Kamen realisierbar wäre.

Er gab zu bedenken, dass Kamen keine Universitätsstadt sei.

 

Herr Grosch erkundigte sich, ob die Projekte ausschließlich für Migrantenkinder angeboten werden.

 

Herr Vural verwies auf den hohen Migrantenanteil in den teilnehmenden Schulen.

Es gebe jedoch keine Unterscheidung nach Nationalitäten, so seien z.B.  bereits deutsche, polnische und russische Studenten beteiligt.

 

Zur Anmerkung Universitätsstadt regte Herr Vural an, Studenten von nahe gelegenen Universitäten gegen Honorar nach Kamen zu holen. Die Honorare könne man über Mitgliedsbeiträge finanzieren.

Ferner gab er zu bedenken, dass viele Firmen zu einem Sponsoring von Studentenstunden bereit seien. Eine Studentenstunde koste ein Honorar von 20 €.

 

Herr Özkir fragte nach, wie man weiter verfahren könne.

 

Herr Vural antwortete, dass es zwei Möglichkeiten gebe. Zum einen könne eine Schule die Beratung des Vereins IBFS in Anspruch nehmen und das System kopieren.

Zum anderen könne die Stadt Kamen in einem Arbeitskreis die Ressourcen für ehrenamtliche Helfer (Studenten, Eltern, Kinder) prüfen und ein Paket des Vereins nutzen. Er gab zu bedenken, dass die Ressourcen des Vereins begrenzt sind, da sich das System nicht auf beliebig viele Schüler ausdehnen lasse.

 

Herr Özkir dankte Herrn Vural für dessen Ausführungen und signalisierte, dass Herr Vural jederzeit zu einem Gespräch in den Kamener Schulen bereit ist, wenn Interesse besteht.