TOP Ö 3: Deutschkurse an der Volkshochschule Kamen-Bönen
Bericht: Frau Schwerdtfeger

Frau Schwerdtfeger dankte dem Integrationsrat für die erneute Einladung. Im Jahr 2005 hatte sie dem Ausschuss über den Beginn der Deutschkurse berichtet.

Sie gab einen Sachstandsbericht über die Integrationskurse an der VHS Kamen-Bönen (Stand 28.11.06).

Die Kamener Kurse sind Teilzeitkurse, die vormittags (2 x pro Woche 3 Unterrichtsstunden) mit langsamem Lerntempo abgehalten werden.

Es laufen 5 Kurse mit 65 Teilnehmern aus 16 Ländern.

Ein Drittel der Teilnehmer gehört zur Gruppe der Neueingereisten, die einen Anspruch auf einen Deutschkurs haben, ein weiteres Drittel gehört zu den von der ARGE verpflichteten Teilnehmern und ein Drittel der Teilnehmer hat einen eigenen Antrag auf Zulassung gestellt.

 

Schwierig gestaltet sich die Raumfrage für weitere Kurse in den nächsten Jahren.

Da die meisten Teilnehmer zu Fuß zum Unterricht kommen, sind zentrale Räume notwendig.

 

Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass die Teilnahme an den Deutschkursen in Kamen positiv ist und die Kurse von den Teilnehmern regelmäßig besucht werden.

 

Eine detaillierte Zusammensetzung der Kurse ist der Niederschrift beigefügt.

 

Herr Özkir schilderte den Fall einer Frau, die in Lünen einen für sie ungeeigneten Deutschkurs besucht und fragte nach Möglichkeiten, diese in einen ihrem Lernstand entsprechenden Kurs zu vermitteln.

 

Frau Schwerdtfeger berichtete, dass die Teilnehmer in Kamen einen Einstufungstest durch­laufen, Zwischenprüfungen sind möglich. Am Ende eines jeden Moduls ist ein Trägerwechsel möglich.

 

Herr Bahcekapili verwies auf die Schwierigkeiten von Eingebürgerten, die kein Deutsch sprechen. Für sie besteht nur die Möglichkeit, als Selbstzahler einen Deutschkurs zu besuchen.

 

Auf Nachfrage von Herrn Bahcekapili teilte Frau Schwerdtfeger mit, dass sie keine Auskunft über Deutschkurse für Kinder geben könne, da die VHS sich nur mit der Erwachsenenbildung beschäftigt.

 

Auf Anfrage von Herrn H. Can, ob ein Nichtbestehen der Abschlussprüfung Konsequenzen z.B. für die Einbürgerung habe, erklärte Frau Schwerdtfeger, dass die 6 verschiedenen Module (Schwierigkeitsstufen) genau festgelegt seien. Ein Nichtbestehen einer Prüfung habe aber keine Auswirkung auf die Einbürgerung.

 

Herr Rickwärtz-Naujokat erkundigte sich, ob es Personen gebe, die den Besuch eines Deutschkurses verweigern.

 

Wie hoch die Zahl der “Verweigerer” für einen Deutschkurs sei, ist sich nach Aussage von Frau Schwerdtfeger nicht bekannt, da der Bedarf für Deutschkurse nicht ermittelt werden kann.

 

Auf Nachfrage von Herrn Hasler erläuterte Frau Schwerdtfeger die Auswahlkriterien für Lehrkräfte der Deutschkurse für Migranten. Die strengen Kriterien wurden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) festgelegt. Häufig sind Nachqualifizierungen der Lehrkräfte erforderlich, um eine Akkreditierung beim BAMF zu erhalten.

 

Herr Gercek erkundigte sich, woher die Teilnehmer den Weg zur Anmeldung zu einem Deutschkurs bei der VHS erhalten.

 

Frau Schwerdtfeger wies darauf hin, dass eine Liste der Träger für Deutschkurse im Kreis existiert, die meisten Teilnehmer jedoch durch Mundpropaganda zur VHS finden.

Das Portal WelKOMM.IN Kreis Unna bietet allen Zuwanderern und Interessenten eine Übersicht über die Integrationsangebote im Kreis Unna.

 

Frau Schwerdtfeger stimmte der Anmerkung von Herrn Gercek zu, dass geduldete Ausländer keinen Anspruch auf einen Deutschkurs haben.

 

Auf Anfrage von Herrn Henning teilte Frau Schwerdtfeger mit , dass die Deutschkurse nicht von finanziellen Kürzungen betroffen seien, da sie mit Mitteln des BAMF finanziert werden.