TOP Ö 1: Mentoring-Projekt der Städte Kamen, Lünen, Unna, Werne und des Kreises Unna
hier: Bericht der Verwaltung

Bevor Frau Grothaus das Mentoring-Projekt für Frauen “Mit Frauen an die Spitze” im Kreis Unna vorstellte, gab sie einige grundsätzliche Informationen zum Mentoring. Sie hob hervor, dass das Kernstück des Mentoring die direkte Beziehung zwischen Mentorin oder Mentor und Mentee ist. Das Ziel ist die Weiterentwicklung der Persönlichkeit und Fähigkeit der Mentee sowie die Förderung ihrer beruflichen Karriere. Für einen vereinbarten Zeitraum sichert die Mentorin oder der Mentor als berufs- und lebenserfahrene Person der jüngeren Person Unterstützung zu und begleitet sie ein Stück auf ihrem Berufs- und Lebensweg.

 

Die Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Unna hat als eine Frauenförder­maßnahme für weibliche Führungsnachwuchskräfte ein Cross-Mentoring-Projekt für die Kommunen im Kreis Unna initiiert. Beim Cross-Mentoring kommen die jeweiligen Mentorinnen und Mentoren und die Mentees, die ein “Tandem” bilden, aus unterschiedlichen Verwaltungen. Das bietet zum einen den Vorteil, dass auch kleinere Kommunen an dem Projekt teilnehmen können und zum anderen, dass die Mentees einen Blick über den Tellerrand hinaus werfen und Strukturen anderer Verwaltungen kennen lernen können. An dem Projekt, dass von Oktober 2005 an für ein Jahr durchgeführt wurde und am 15.11.2006 mit einem Abschlussworkshop endete, haben neben Kamen die Stadtverwaltungen Lünen, Unna, Werne und die Kreisverwal­tung Unna teilgenommen. Frau Grothaus berichtete, dass sie bei der Verwaltungsleitung sofort Zustimmung und Unterstützung erfahren habe, so dass Kamen frühzeitig als eine der beteiligten Verwaltungen feststand. Aus jeder Verwaltung konnten jeweils 3 Mentorinnen oder Mentoren und 3 Mentees teilnehmen. Formale Voraussetzungen waren, dass die Mentees einer bestimmten Vergütungs- oder Besoldungsgruppe angehörten, die Mentorinnen und Mentoren mussten eine Führungsposition inne haben. Da es auch in Kamen mehr interessierte Mitarbeite­rinnen als Plätze gab, wurde ein Bewerbungsverfahren durchgeführt, bei dem Frau Förthmann, Frau Harmsma und Frau Hösche ausgewählt wurden. Herr Baudrexl, Herr Lantin und Frau Sternal haben sich als Mentor bzw. Mentorin zur Verfügung gestellt.

 

Für die Treffen der Tandems stand ein bestimmtes Stundenkontingent im Monat zur Verfügung. Für die darüber hinaus gehende Zeit wurde von den Mentees ein freiwilliges Engagement erwartet. Frau Grothaus nannte beispielhaft einige Themen, die bei den Treffen der Tandems behandelt wurden:

 

- Führungsverhalten

- Durchführung von Mitarbeitergesprächen

- Teilnahme an Sitzungen und Vorträgen

- Netzwerke knüpfen

- Berufliche Entwicklung der Mentee (Karriereplanung)

- Vereinbarkeit von Beruf und Familie

 

Frau Grothaus hob hervor, dass das Projekt abschließend sowohl von den Mentees als auch von den Mentorinnen und Mentoren als sehr positiv bewertet wurde. Das zeige sich u.a. auch daran, dass grundsätzlich alle Mentorinnen und Mentoren sich bei einer möglichen Neuauflage wieder zur Verfügung stellen würden. Lediglich eine Person habe dies aus Zeitgründen abge­lehnt. Die Mentees konnten durch die Teilnahme Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen, die ohne das Projekt nicht möglich gewesen wären. Seitens der Gleichstellungsbeauftragten sei es aufgrund der positiven Resonanz durchaus vorstellbar, dieses Projekt nach einer bestimmten Zeit erneut anzubieten.

 

Frau Hösche und Herr Baudrexl schilderten im Anschluss an den Bericht von Frau Grothaus ihre persönlichen Erfahrungen, die sie als Mentee bzw. als Mentor bei dem Projekt gemacht haben.