TOP Ö 3: Integriertes Handlungskonzept Kamen Innenstadt V
Öffnung der Kamener Innenstadt zur naturnah umgebauten Seseke
Projekt Sesekepark
hier: Bericht der Verwaltung über den Stand der Planung

Herr Liedtke stellte anhand von Planausschnitten und Fotos, die im Ratsinformationssystem hin­terlegt sind, den aktuellen Sachstand dar. Nach Abstimmung zwischen den Beteiligten, Stadt Kamen, Planungsbüro Glück, Lippeverband, Kreis Unna und den Fachplanern, sei die Genehmi­gungsplanung fertiggestellt worden und würde in den nächsten Tagen der Unteren Wasser­behör­de des Kreises Unna zugeleitet werden. Eine Genehmigung könne bis Ende Juli 2016 nach Rück­sprache mit dem Kreis Unna erwartet werden. Parallel würde die Ausführungsplanung erarbeitet und die Ausschreibung vorbereitet werden. Zwischen der Stadt Kamen und dem Lippe­verband sei ein Kooperations- und Gestattungsvertrag abgestimmt worden, mit dem gegenseitige Unterstützung und Zuständigkeiten geregelt werden sollen. An dem Gesamtgestaltungsplan hätte sich grundsätzlich nichts geändert, so dass die Planung dem Grunde nach umgesetzt werden könnte. Es hätten sich nur geringfügige Änderungen bzw. Ergänzungen ergeben. Das Volleyball­feld würde, nicht wie bisher geplant, als Rasenvolleyballfläche, sondern als Beachvolleyballfeld realisiert werden, um einen Ersatz für die Anlage im Hemsack zu schaffen. Im Sesekepark würde eine Ladestation für E-Bikes realisiert werden, um zeitgemäßen Ansprüchen gerecht zu werden. Mit dem Kulturkreis Kamen würde derzeit eine sog. Literaturpromenade mit der Aufstel­lung von 3 bis 4 Literaturstehlen in Erwägung gezogen. Inhaltlich würde hierzu noch eine Abstim­mung im Kulturausschuss erfolgen. Extensive Rasenflächen und Staudenbereiche sollten eben­falls deutlicher Bestandteil des Sesekeparks werden. Die Bäume sollten hinsichtlich ihrer Art stadt­ökologischen Ansprüchen gerecht werden. Geplant sei die Anpflanzung von Linden. Wegen der bereits besprochenen Nutzungskonflikte sollte keine Obstwiese angelegt werden. Der Kömsche Bleier würde lediglich die Uferseite wechseln, wobei die Art der Befestigung noch nicht klar sei. Das Mahnmal und die Friedenslinde könnten in dem angestammten Bereich verbleiben. Die nächsten Wochen bis zum Sommer würden dafür genutzt werden, die baulichen Anlagen der bisherigen Kleingärten abzuräumen. Da das letzte Grundstück auch erworben worden sei, wür­den alle Grundstücke für die Realisierung des Sesekeparks zur Verfügung stehen. Voraussicht­lich würden in der Junisitzung des Planungs- und Straßenverkehrsausschusses weitere Gestal­tungsdetails, wie Sitzmöbel, Materialien und Lampentypen, vorgestellt werden können. Dann würden auch die Kosten für die Pflege und Unterhaltung genauer dargestellt werden können.

 

Herr Lipinski dankte Herrn Liedtke für den Sachstandsbericht.

 

Herr Krause bedankte sich für den Bericht von Herrn Liedtke. Es würde sich um ein über­zeu­gendes Projekt handeln, das die Aufenthaltsqualität an der Seseke steigern würde. Die Ideen seien gut und das Konzept werde begrüßt.

 

Frau Dörlemann erkundigte sich nach der Beschattung des Beachvolleyballfeldes und regte einen sonnigeren Standort an.

 

Herr Liedtke sagte zu, die Anregung von Frau Dörlemann, Felsenbirnen anstelle von Zieräpfeln zu pflanzen, zu überdenken.

 

Auf Nachfrage von Herrn Diederichs-Späh erläuterte Herr Liedtke, dass die Berücksichtigung der Hochwasserrisikokarte ein wesentlicher Bestandteil bei den Planungen gewesen sei. Durch die Profilaufweitung würde sich das Volumen vergrößern und dadurch ein verbesserter Hoch­wasserschutz entstehen. Das Gesamtkostenvolumen von 2 Mio. Euro brutto solle ausreichen. Laut aktueller Kostenrechnung würden 1,65 Mio. Euro brutto auf die Baukosten entfallen, der Differenzbetrag würde für Honorar- und Planungskosten benötigt werden.

 

Herr Diederichs-Späh gab zu bedenken, dass es im Januar und Februar 2016 zu einer deut­lichen Überhöhung der Hochwasserwerte gekommen sei und erhebliche Überschwemmungen eingetreten seien. Trotz Aufweitung des Flussbettes könnte es bei größeren Hochwasserereig­nissen zu Überflutungen mit Verschlammung des Sesekeparks kommen, wodurch die Unter­haltungskosten steigen würden.

 

Herr Liedtke erwiderte, dass der Hochwasserschutz detailliert geprüft worden sei und daher die Wege aus Beton und nicht aus einer wassergebundenen Decke hergestellt werden würden.

 

Herr Kühnapfel regte an, die Themen „ Gestaltung, Erholung und Ökologie“ zu verbinden. Aus ökologischer Sicht würde die Pflanzenartenwahl entscheidend sein. Es sollten Staudenbeete mit heimischen Stauden und langen Blühaspekten sowie heimische Baumarten ausgewählt werden. Der NABU würde gerne mit seinen Botanikern bei der Pflanzenauswahl behilflich sein.

 

Herr Lipinski bedankte sich für die angebotene Unterstützung des NABU bei Herrn Kühnapfel.

 

Frau Scharrenbach kritisierte, dass das Projekt immer kleiner geworden sei. Ursprünglich sei die Überplanung des Bereiches zwischen der 5-Bogen-Brücke bis zur Hochstraße angedacht gewe­sen. Die Öffnung der Nordseite zwischen den Brücken mit Anlegung einer Betontreppe würde nicht mehr umgesetzt werden. Außerdem sei die CDU-Fraktion gegen die Errichtung eines Pa­villons mit Außengastronomie. Es solle durch Hinweisschilder auf die Gastronomie in der Innen­stadt aufmerksam gemacht werden. Im Kulturausschuss sei durch die CDU-Fraktion die Aus­weisung einer Fläche für Außenkunst angeregt worden. Hierzu würde man auch eine Stellung­nahme in der Sitzung des Planungs- und Straßenverkehrsausschusses im Juni 2016 erwarten.

 

Herr Liedtke erwiderte, dass der Bau eines Pavillons nicht geplant sei. Der Pavillon sei nur nachrichtlich in den Plänen aufgeführt worden. Es würden Schilder im Sesekepark aufgestellt werden, die Hinweise auf die Innenstadtgastronomie geben würden.

 

Herr Krause ließ die Kritik von Frau Scharrenbach bezüglich des Umfangs der Maßnahme nicht gelten. Es würde sich um eine qualitativ hochwertige Gestaltung handeln.

 

Auf Nachfrage von Herrn Standop stellte Herr Liedtke nochmals fest, dass es, solange sich kein privater Investor/Betreiber finde und der Rat der Stadt Kamen es beschließen würde, keinen Pavillon mit Außengastronomie geben werde.