TOP Ö 2: Konzept Fahrradabstellanlagen in der Innenstadt
hier: Vorstellung durch die Verwaltung

Frau Schwering erläuterte anhand einer Präsentation, die im Ratsinformationssystem hinterlegt ist, den Konzeptentwurf zu den Fahrradabstellanlagen in der Innenstadt. Im Einzelnen referierte sie zum Anlass für die Erstellung des Konzeptes und zu Kontext und Methodik. Anhand von Fo­tos und Lageplänen wurde der Bestand an Fahrradabstellanlagen dargestellt und auf die Konzept­bausteine (Kurzzeitparken, Langzeitparken, Mobilitätsstation/Radstation, ergänzende Fahrrad­infrastruktur) eingegangen, die die Steigerung der Attraktivität der Fahrradnutzung und Verbesse­rung der Zugänglichkeit zum Ziel haben sollen. Anhand von Fotos und Plänen wurden 5 konkrete Beispiele für Fahrradabstellanlagen im Kamener Stadtgebiet vorgestellt. Abschließend wurde zur Finanzierung und Förderung Stellung genommen und eine Zusammenfassung mit der weiteren Vorgehensweise dargestellt.

 

Herr Lipinski dankte Frau Schwering für den Vortrag.

 

Auf die Frage von Frau Schaumann nach der Gebührenpflicht für die Langzeitparkplätze erläu­terten Frau Schwering und Herr Breuer, dass diese Frage noch nicht geklärt sei. Das im Kreis Unna bereits bestehende Chipsystem der Radstationen könnte ggf. auch für weitere gesicherte Anlagen in Kamen genutzt werden, unabhängig ob gebührenpflichtig oder nicht gebührenpflichtig.

 

Herr Liedtke ergänzte, dass das endgültige Konzept nach der Beteiligung von Bürgern und Ver­bänden (ADFC etc.) vor Einreichung des Förderantrages dem Planungs- und Straßen­verkehrs­ausschuss nochmals vorgelegt werden würde.

 

Frau Scharrenbach teilte mit, dass das Zugehen auf die Gastronomiebetriebe und den Einzel­handel zwecks Finanzierung der Abstellplätze nicht im Sinne der CDU-Fraktion sei, da diese Institutionen sich bereits an der Finanzierung einiger Projekte, wie z.B. der Winterwelt, beteiligen würden. Außerdem sei zu bedenken, dass die Kfz-Stellplätze in Kamen kostenfrei seien und die Erhebung von Gebühren für Fahrradabstellplätze somit nicht angemessen sei.

 

Herr Liedtke erläuterte diesbezüglich, dass die Gewerbetreibenden nicht zur Finanzierung der Abstellanlagen herangezogen werden sollten, sondern eine gewisse Mitwirkung erforderlich sei, da einige Grundstücke, auf denen Abstellanlagen installiert werden sollen, im Eigentum der Gewerbetreibenden stehen würden. Außerdem könnte man den Gewerbetreibenden Anlehn­bügeln mit Werbetafeln anbieten.

 

Herr Breuer ergänzte, dass bereits jetzt zahlreiche Abstellanlagen auf Grundstücken der Ge­werbetreibenden stehen würden und somit eine Absprache erforderlich werden würde.

 

Frau Scharrenbach erkundigte sich weiterhin, ob ein Ausbau der Mobilitätsstation am Bahnhof vorgesehen sei und an welchem Standort.

 

Herr Breuer erläuterte, dass zurzeit nur die Innenstadtsituation betrachtet wurde. Nach einer Studie des Kreises Unna seien jedoch am Bahnhof insgesamt ausreichend Fahrradab­stell­kapazitäten vorhanden.

 

Frau Dörlemann wertete positiv, dass der Vorschlag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Luft­pumpen und Ladestationen für E-Bikes zu installieren, im Konzept berücksichtigt worden sei. Außerdem werde eine Onlinebürgerbeteiligung begrüßt. Insgesamt würde es sich um ein schlüssi­ges Konzept handeln.

 

Frau Schaumann würde die Mitwirkung der Gastronomen und der Einzelhändler nicht so kritisch sehen, da eine Mitbestimmung und Absprache sicherlich sinnvoll seien. Problematisch sei je­doch, kostenpflichtige städtische Fahrradabstellplätze anzubieten, solange die städtischen Kfz-Stellplätze kostenfrei seien. Hiervon ausgenommen seien die privat angebotenen Stellplätze, wie am Bahnhof, die von der AWO betrieben würden. Der Wegfall städtischer Kfz-Stellplätze im Be­reich Markt und Bahnhofstraße, um dort Fahrradabstellplätze zu schaffen, sei aufgrund des ho­hen Parkdrucks in diesem Bereich kritisch.

 

Herr Breuer erläuterte diesbezüglich, dass es problematisch war, überhaupt Standorte für Fahr­radabstellanlagen zu finden, da nicht so viel Freiraum vorhanden sei. Man müsste be­rück­sichtigen, dass für Veranstaltungen, den Wochenmarkt, die Kirmes und Rettungswege aus­reichend Platz freigehalten werden müsste. Ebenso seien zahlreiche Flächen im Fußgänger­zo­nenbereich für die Gastronomie konzessioniert. Es würden allerdings nur wenige Kfz-Stellplätze wegfallen. Im Bereich vor der Fleischerei Radtke an der Bahnhofstraße könnten aus einem Kfz-Stellplatz 8 Fahrradabstellplätze entwickelt werden. Hiervon würde die Geschäftswelt profitieren.

 

Herr Liedtke ergänzte, dass der Wegfall von einigen PKW-Stellplätzen bei einem Bestand von rd. 1.200 Stellplätzen nicht problematisch sein würde.

 

Herr Krause bedankte sich für den ausführlichen Bericht und das runde Konzept bei Frau Schwering. Der geschilderte Ausblick und die Bürgerbeteiligung würden positiv bewertet.

 

Herr Diederichs-Späh bedankte sich ebenfalls bei Frau Schwering und regte auch Fahrrad­abstell­konzepte für die Nebenzentren an. Am Bahnhof in Kamen Methler würde sich aufgrund des anstehenden Fahrplanwechsels mit Erhöhung der Haltestopps ein erhöhter Bedarf ergeben. Ebenso sollte im Rahmen des Neubauprojektes von REWE an der Einsteinstraße die Errichtung von Fahrradabstellanlagen geprüft werden.